Land
Deutschland
Nordsee, Ostsee - und die größte Flusswellen-Szene Europas. An vielen Tagen im Jahr surft man hier weiter im Binnenland als an der Küste.
- Beste Zeit
- Herbst und Winter an der Küste, Flusswellen ganzjährig
- Wassertemperatur
- 4-19 °C
- Spots
- 18
Das Revier
Deutschland hat keinen Ozean, und das bestimmt alles. Nord- und Ostsee bekommen keinen Swell aus der Ferne, sondern nur die Wellen, die der Wind vor Ort gerade erzeugt. Solche Windwellen haben eine kurze Periode: Sie stehen dicht beieinander, sind unruhig und verschwinden wieder, sobald der Wind nachlässt. Surfen heißt hier, dem Sturm hinterherzufahren.
An der Nordsee sind Sylt, St. Peter-Ording und Norderney die bekanntesten Adressen, und der große Tidenhub gehört zur Planung dazu. Die Ostsee braucht noch mehr Wind, weil die Fläche kleiner ist, dafür entfällt die Tide fast vollständig.
Der zweite, verlässlichere Teil des deutschen Surfens findet im Binnenland statt. Stehende Flusswellen wie der Eisbach in München laufen unabhängig von Wetter und Jahreszeit, dazu kommen mehrere künstliche Anlagen. Das ist eine eigene Disziplin mit eigenem Material — aber es ist die einzige Möglichkeit, hierzulande planbar zu surfen. Auf die Wassertemperatur zwischen 4 und 19 Grad gehört ganzjährig ein Anzug, im Winter ein dicker.
- Sylt
Die Wiege des deutschen Wellenreitens: Schon in den 1950er Jahren gingen hier die ersten Rettungsschwimmer aufs Brett.
- St. Peter-Ording
Der Klassiker an der Nordseeküste: endlose Sandstrände, die bei Ebbe bis zu 2,5 Kilometer breit werden.
- Norderney
Die ostfriesische Insel bietet von entspannten Sessions bis zu richtig knackigen Wellen alles, je nach Lage.
- Timmendorfer Strand
An der Ostsee braucht es Wind, damit etwas läuft: Kommt er aus Nord bis Nordost und bläst ordentlich, baut sich hier eine brauchbare Welle auf.
- Warnemünde
An der Ostseeküste treffen hier Wind- und Fährwellen aufeinander, was kleinere, aber durchaus surfbare Wellen ergibt.
- Eisbach
Die bekannteste Flusswelle der Welt, mitten im Englischen Garten.
- Floßlände
Die entspannte Alternative zum Eisbach: deutlich zahmer, und man kommt viel einfacher aufs Wasser.
- Leinewelle
Eine halbnatürliche Konstruktion mitten in Hannovers Altstadt - surfen zwischen historischen Gebäuden.
- Fuchslochwelle
In einem eigens angelegten Kanal neben der Pegnitz: semi-natürlich, mit Modulen, die eine bis zu acht Meter breite Welle formen.
- Blackforestwave
Surfen mitten im Schwarzwald: eine hydraulische Anlage, betrieben von einem Verein, die sich an die Bedingungen anpassen lässt.
- RheinRiff
Eine große überdachte Citywave in einem alten Industriegebiet - urban, roh und in kurzer Zeit zu einer festen Größe geworden.
- Hasewelle
Rund acht Meter breite Welle mitten im L&T Sporthaus - Surfen zwischen Rolltreppen.
- Wellenwerk
Seit Ende 2019 läuft in Lichtenberg eine stehende Welle - und die Anlage ist mehr Treffpunkt als Sportstätte.
- Irie Surf
Seit Mai 2025 läuft in Freiburg eine neun Meter breite Citywave.
- Surf Langenfeld
Die erste stehende Welle Deutschlands, die in einem See gebaut wurde - echtes Seewasser statt Umwälzpumpen.
- Kanupark Markkleeberg
Ursprünglich für Kanuten und Rafting gebaut, inzwischen auch bei Surfern etabliert.
- O2 Surftown MUC
Ein 180 Meter langes Wellenbecken bei München, das dem Ozean näher kommt als jede stehende Welle: echte laufende Wellen, die man abreitet statt auf der Stelle zu surfen.
- Jochen Schweizer Arena
Eine Citywave, die konstant läuft - der Vorteil gegenüber dem Meer ist banal und entscheidend zugleich: Man wartet nicht.
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